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SpaceX-IPO und Änderungen in den Dax-Indizes

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

in der Finanzpresse ist das für diesen Freitag geplante Börsendebüt von SpaceX gerade das beherrschende Thema. Dabei hatte der bevorstehende Rekordbörsengang übrigens bereits Auswirkungen auf die Indexregularien. So wurde zuletzt die Fast-Entry-Regel für den Nasdaq 100 angepasst. Während Aktien zuvor eine Börsenhistorie von mindestens drei Monaten aufweisen mussten, um sich für eine Aufnahme in den Technologie-Index zu qualifizieren, wurde diese Frist nun auf 15 Handelstage verkürzt. Das bedeutet:

SpaceX könnte bereits im Juli in den Nasdaq 100 aufsteigen. Im S&P 500 ist eine Mitgliedschaft dagegen so schnell kein Thema. Denn um sich für diesen US-Index zu qualifizieren, muss eine Aktie auch künftig mindestens zwölf Monate börsennotiert sein – für SpaceX wird hier keine Ausnahme gemacht. Erschwerend kommt für Elon Musks Raumfahrtunternehmen dazu, dass mögliche Indexkandidaten sowohl im jüngsten Geschäftsquartal vor dem Indexaufstieg als auch in den vergangenen vier Quartalen zusammengerechnet profitabel gewesen sein müssen – SpaceX schreibt allerdings bislang Milliardenverluste. Und wie sieht es bei den Indizes der Dax-Familie aus?

Stühlerücken in Dax, MDax und SDax 

Um sich für eine Aufnahme in Dax, MDax oder SDax zu qualifizieren, muss ein Unternehmen mindestens 30 Handelstage im Regulated Market oder Scale notiert gewesen sein. Außerdem ist ein Streubesitz von mindestens 10% erforderlich, es müssen Berichtspflichten eingehalten werden, und für die Dax-Mitgliedschaft sind darüber hinaus Profitabilitätskriterien zu erfüllen. Über die Zuordnung zu den Indizes entscheidet dann die Höhe der Marktkapitalisierung, wobei diese regelmäßig kontrolliert wird. Und bei der jüngsten Überprüfung wurden einige Änderungen beschlossen, die ab dem 22. Juni 2026 wirksam werden, und aufgrund der SpaceX-Berichterstattung vielleicht ein wenig untergingen. Konkret:

Erstmals seit September 2025 gibt es wieder einen Wechsel im deutschen Leitindex, da Hochtief künftig den Dax-Platz der Porsche Automobil Holding einnimmt. Doch wie ist dieser Wechsel aus Sicht der Performance-Analyse einzuordnen? Der Porsche-Abstieg dürfte zu verschmerzen sein, da es sich hier um eine langjährige Verlierer-Aktie handelt. So verbuchte die Automobil Holding in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt jährliche Kursverluste von 4%. Entsprechend schlecht fallen auch die übrigen Performance-Kennzahlen (Gewinn-Konstanz 35%; Verlust-Ratio 3,33) aus, sodass es beim boerse.de-Aktien-Rating nur für die zweitschlechteste Bewertung C reicht.

Im Gegensatz dazu wird Hochtief aktuell mit einem B-Rating bewertet. Im langfristigen Schnitt stehen hier immerhin 14% Kursgewinn p.a. zu Buche, während die Risikokennziffer mit 2,47 ein wenig erhöht ausfällt. Ein besseres Rating scheitert derzeit noch an der ausbaufähigen Gewinn-Konstanz, die bislang nur 48% beträgt.

MDax-Aufsteiger mit ordentlichen Kennzahlen

Neben dem Dax-Absteiger Porsche Automobil Holding sind künftig auch drei weitere Werte neu im MDax vertreten. Dazu zählt der Halbleiter-Zulieferer Siltronic, ein Spezialist für Siliziumwafer, aus denen Chips produziert werden. Aktuell wird die Aktie, die im Schnitt 11% p.a. aufsattelt (Gewinn-Konstanz 42%; Verlust-Ratio 4,09) mit einem B-Rating bewertet.

SUSS MicroTec ist ebenfalls im Halbleitergeschäft tätig und fertigt Maschinen, die in der Chipproduktion zum Einsatz kommen. Aus Sicht der Performance-Analyse ist die Aktie mit einer Verlust-Ratio von 5,14 zwar noch spekulativer als Siltronic einzuordnen. Dafür stehen auf der Renditeseite im Schnitt aber auch 29% Kursanstieg pro Jahr zu Buche (Gewinn-Konstanz 82%), womit SUSS MicroTec beim boerse.de-Aktien-Rating auf ein A kommt.

Dritter MDax-Aufsteiger im Bunde ist Elmos Semiconductor, ein Hersteller von Chips für die Automobilindustrie, der aktuell sogar eine AA-Bewertung erhält. Im langfristigen Schnitt verbessert sich die Aktie um 28% p.a. (Gewinn-Konstanz 88%), wobei Anleger auch hier ein erhöhtes Anlagerisiko einplanen sollten (Verlust-Ratio 3,60).

Sieben Wechsel im SDax

Die meisten Änderungen gibt es im SDax, da hier gleich sieben Positionen neu besetzt werden. Zum einen gibt es für die drei MDax-Aufsteiger auch drei Werte, die dafür eine Liga nach unten gerutscht sind. Dabei handelt es sich um Jungheinrich (geoPAK10: -1%; Gewinn-Konstanz: 51%; Verlust-Ratio: 4,03) und Ströer (-2%; 63%; 5,31), die aufgrund ihrer negativen Renditekennziffern als C-Aktien eingestuft werden. Redcare Pharmacy ist wiederum noch nicht lange genug an der Börse, um überhaupt beim boerse.de-Aktien-Rating berücksichtigt zu werden, da die Aktie erst im Oktober in die erforderliche Zehnjahreshistorie hineinwächst. Doch:

Damit kann der Online-Apothekenbetreiber zumindest schon neun Jahre Börsenerfahrung vorweisen, während sich zwei SDax-Aufsteiger ihre Sporen erst einmal verdienen müssen. Denn bei ASTA Energy Solutions liegt das Börsendebüt gerade einmal fünf Monate und bei VINCORION sogar lediglich drei Monate zurück.

Die beiden anderen SDax-Aufsteiger sind dagegen schon seit mehr als zehn Jahren an der Börse. Allerdings reicht es bei Basler (16%; 52%; 5,63) und LPKF Laser & Electronics (11%; 49%; 4,10) nur für ein B-Rating, da die Gewinn-Konstanz jeweils noch zu niedrig und die Verlust-Ratio gleichzeitig erhöht ausfällt. Das bedeutet:

Von den Juni-Aufsteigern in den Dax-Indizes hat mit Elmos Semiconductor lediglich einer einen vorderen Platz auf unserer Champions-Watchlist. Wenn Sie wissen möchten, welche deutschen Aktien derzeit Champions-Status haben, sind Sie herzlich zu einem Gratis-Download der aktuellen Aktienbrief-Ausgabe eingeladen

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Jochen Appeltauer
Chefredakteur boerse.de-Aktienbrief

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