Nach Renk und Gabler: Steht mit KNDS das nächste Rüstungs-IPO bevor?
Der Trend zu Neuemissionen im europäischen Verteidigungssektor hält an. Nach dem erfolgreichen IPO des Getriebespezialisten Renk im Jahr 2024 hat in dieser Woche auch der Marinetechnik-Spezialist Gabler ein erfolgreiches IPO hingelegt. In der Pipeline bleibt damit vor allem noch der Panzerbauer KNDS, dessen möglicher Börsengang inzwischen verstärkt in den Fokus rückt. Doch was ist aus Anlegersicht von solchen Neuemissionen zu halten?
KNDS: Milliarden-IPO für den Sommer 2026 avisiert
Die veränderte sicherheitspolitische Lage weltweit sorgt für ein Wettrüsten und entsprechend volle Auftragsbücher bei den Herstellern von Verteidigungsmitteln. Um das notwendige Kapital für Kapazitätserweiterungen oder technologische Neuentwicklungen zu beschaffen, rücken Börsengänge deshalb verstärkt in den Fokus der strategischen Planung.
Zum Beispiel bereitet das deutsch-französische Gemeinschaftsunternehmen KNDS, das aus der Fusion von Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und der französischen Nexter hervorgegangen ist, laut Branchenkreisen seinen Gang aufs Parkett für Mitte 2026 vor. Das Unternehmen ist unter anderem für die Produktion des Kampfpanzers Leopard 2 sowie der Radhaubitze RCH 155 verantwortlich.
Geplant ist eine Doppelnotierung in Frankfurt und Paris. Bei einer geschätzten Bewertung von rund 20 Milliarden Euro wäre dies eine der bedeutendsten Emissionen im europäischen Rüstungssektor. Während die deutsche Eigentümerfamilie Wegmann-Bode einen Teil ihrer Anteile abgeben möchte, prüft die Bundesregierung aktuell den Erwerb einer Sperrminorität von 25,1 Prozent, um den staatlichen Einfluss auf diese strategische Schlüsselindustrie zu sichern.
Gabler: Fokus auf maritime Spezialtechnologie
Mit dem Marinetechnik-Spezialisten Gabler feierte am 9. März ein weiterer Rüstungswert ein erfolgreiches Börsendebüt. Das Lübecker Traditionsunternehmen gilt als führender europäischer und einer der zwei weltweit größten Anbieter von ausfahrbaren Mastsystemen für konventionelle U-Boote. In einer Phase, in der die maritime Sicherheit und die Modernisierung von U-Boot-Flotten weltweit an Bedeutung gewinnen, bot der Kapitalmarkt für Gabler eine interessante Option zur Finanzierung. Der Nettoemissionserlös aus den neuen Aktien soll dazu dienen, die Bilanz zu stärken, das Wachstum anzukurbeln und kleinere Zukäufe zu ermöglichen.
Trotz der positiven Auftragslage bleibt der Sektor durch lange Produktlebenszyklen, hohe Kosten und politische Regulierungen geprägt. Investoren sollten deshalb – wie auch in anderen Branchen – die langfristige Geschäfts- und Aktienkursentwicklung der Unternehmen im Blick haben. Letztere fällt bei Börsenneulingen als Qualitätskriterium natürlich aus, weshalb IPOs unterm Strich immer als riskante Wetten einzuordnen sind.
Ein detaillierter boerse.de-Check von Rüstungsaktien, die im Gegensatz zum Börsenneuling Gabler oder dem IPO-Kandidaten KNDS bereits über eine Kurshistorie von mindestens zehn Jahren verfügen, hilft Ihnen dabei, Chancen und Risiken innerhalb der Branche fundiert abzuwägen. Die darauf basierende Auswertung finden Sie im aktuellen boerse.de-Report „Die zehn beliebtesten Rüstungsaktien“, den Sie hier kostenlos und unverbindlich anfordern können.
Auf gute Investments!
Ihr
Markus Schmidhuber
Content Manager
