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Änderungen im MDax und SDax: Wie gut sind die neuen Mitglieder?

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

Anfang März fand wieder die routinemäßige Überprüfung der Dax-Indizes statt. Mit einiger Spannung wurde dieses Mal beobachtet, ob der Lufthansa-Aktie eine Rückkehr ins deutsche Aktien-Oberhaus gelingt. Dabei schrammte die Kranich-Airline knapp an einem Comeback vorbei, was übrigens nicht an den jüngsten Turbulenzen infolge des Kriegs im Nahen Osten lag. Denn Entscheidungsbasis für die jüngsten Indexänderungen waren die Daten von Ende Februar. Das bedeutet also:

Wie bei der Indexüberprüfung im Dezember bleibt die Zusammensetzung des Dax auch dieses Mal unverändert, während es im MDax und SDax wieder einige Wechsel gibt, die ab dem 23. März wirksam werden. Und wie ist es aus Sicht der Performance-Analyse um die langfristige Anlagequalität der neuen Indexmitglieder bestellt? Kurz zur Erklärung:

Nur „B-Aktien“ als MDax-Aufsteiger



Die Performance-Analyse basiert auf Rendite- und Risikokennzahlen, die jeweils aus den Schlusskursen der letzten 120 abgeschlossenen Monate berechnet werden. Mithilfe der daraus ermittelten Chance-Risiko-Profile lassen sich Aktien dann in unterschiedliche Qualitätsstufen einordnen, wobei die Noten des boerse.de-Aktien-Ratings von AAA (= Champion) bis D (= Kapitalvernichter) reichen.

Aus diesem Blickwinkel reicht es bei allen drei MDax-Aufsteigern derzeit jeweils nur für ein B-Rating. So kommen Jenoptik und Salzgitter im Schnitt der vergangenen zehn Jahre nur auf jährliche Kursgewinne von 6% bzw. 7%. Gleichzeitig fällt die Gewinn-Konstanz bei beiden Aktien sehr niedrig aus (Jenoptik nur 52% und Salzgitter sogar lediglich 42%, während die Verlust-Ratio mit 4,34 (Salzgitter) bzw. 3,39 (Jenoptik) jeweils ein deutlich erhöhtes Anlagerisiko signalisiert.

Sichtlich besser schneidet beim Blick auf die geoPAK10 dagegen die Deutz-Aktie ab, die seit 2016 im Schnitt 11% p.a. gewann. Allerdings verhindern auch hier die vergleichsweise niedrige Gewinn-Konstanz von 51% sowie die hohe Verlust-Ratio (3,59) ein besseres Rating als „B“.

SDax-Neulinge ebenfalls nicht champions-tauglich



Für die MDax-Aufsteiger Deutz, Jenoptik und Salzgitter werden im Gegenzug Carl Zeiss Meditec, Fielmann sowie TeamViewer in den SDax zurückgestuft. Darüber hinaus wird mit INIT ein vierter Wert neu aufgenommen, der bislang noch in keinem der drei Dax-Indizes enthalten ist. Der Blick auf die Kennzahlen:

Bei TeamViewer ist die Kurshistorie noch zu kurz, um daraus aussagekräftige Rückschlüsse auf die langfristige Anlagequalität ziehen zu können, da der Softwarespezialist erst seit September 2019 börsennotiert ist. Carl Zeiss Meditec (Gewinn-Konstanz 62%; Verlust-Ratio 4,21) und Fielmann (Gewinn-Konstanz 23%; Verlust-Ratio 2,57) entpuppen sich wiederum als langfristige Verlierer-Aktien (= boerse.de-Aktien-Rating C), da Anleger hier in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt 2% bzw. 3% p.a. verloren haben.

Aus Sicht der Performance-Analyse schneidet von den vier SDax-Neulingen INIT noch am besten ab. So errechnen sich für den Anbieter von Telematiklösungen im Schnitt jährliche Kursgewinne von 12%, und die Gewinn-Konstanz beträgt 83%. Da die Verlust-Ratio jedoch mit 3,52 bislang einen Tick zu hoch ausfällt, reicht es hier beim boerse.de-Aktien-Rating noch nicht ganz für eine A-Bewertung. Übrigens:

Neben diesen regulären Änderungen, die ab dem 23. März wirksam werden, gab es vor wenigen Tagen zudem eine außerordentliche Anpassung in beiden Indizes. Der Hintergrund:

Bei der Vonovia-Tochter Deutsche Wohnen war der Streubesitz unter die kritische Schwelle von 10% gefallen. In solchen Fällen sieht das Regelwerk eine Herausnahme aus den Dax-Indizes vor. Deswegen wurde Deutsche Wohnen im MDax durch den Automobilzulieferer Schaeffler ersetzt, der sich aus Sicht der Performance-Analyse allerdings als Verlierer-Aktie entpuppt (geoPAK10: -3%; Gewinn-Konstanz: 18%; Verlust-Ratio: 3,56). 

Den freiwerdenden Schaeffler-Platz im SDax übernahm wiederum der Werkzeughersteller Einhell, dessen Performance-Kennzahlen von allen Indexneulingen am besten aussehen. Mit 2,60 liegt die Risikokennziffer zwar etwas über dem derzeitigen Champions-Durchschnitt (2,23). Doch gleichzeitig stehen auf der Renditeseite im Schnitt auch 21% Kursgewinn p.a. zu Buche (Gewinn-Konstanz 86%), was sich in einem boerse.de-Aktien-Rating von A niederschlägt.

Wie die Kennzahlen der Performance-Analyse genau berechnet werden und wie Sie mithilfe der boerse.de-Aktien-Ratings den Unterschied zwischen Qualitätswerten und Schrott-Aktien erkennen, lesen Sie kostenlos und unverbindlich im aktualisierten sowie erweiterten „Leitfaden für Ihr Vermögen“. Und konkrete Empfehlungen für die 100 Champions erhalten Leser alle 14 Tage im boerse.de-Aktienbrief, den Sie hier ganz unverbindlich und kostenlos lesen können.

Mit bester Empfehlung

Jochen Appeltauer
Chefredakteur boerse.de-Aktienbrief