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Lufthansa, TUI & Co. im Sog der Geopolitik: Warum Airline-Aktien keine Champions-Qualitäten besitzen

Der Krieg im Nahen Osten hat weitreichende Folgen für die Wirtschaft und die Aktienmärkte. Zum Beispiel sind die Öl- und Gaspreise aufgrund der Eskalation und der drohenden Verknappung bereits stark gestiegen. Einen Sektor trifft der Konflikt gleich doppelt hart: die Luftfahrtbranche. Denn neben Flughafen-Sperrungen und Reisewarnungen in weiten Teilen des Nahen Ostens leiden Lufthansa, TUI & Co. auch unter dem gestiegenen Ölpreis, der die Profitabilität drückt.

 

Wochenverluste im zweistelligen Bereich

 

Die Aktienkurse der Branchenriesen spiegeln die Lage ungefiltert wider. Zuletzt verbuchten die Papiere der Lufthansa sowie des Reisekonzerns TUI deutliche Verluste. Die Gründe für diesen „Sinkflug“ an den Börsen sind vielfältiger Natur, finden ihren Ursprung aktuell jedoch primär in der Geopolitik.

 

So zwingt eine Eskalation im Nahen Osten Airlines dazu, weite Umwege zu fliegen. Dies erhöht nicht nur die Flugzeit, sondern treibt vor allem den Treibstoffverbrauch massiv in die Höhe. Zudem ist der Iran ein zentraler Akteur am Ölmarkt. Die Angst vor einer Blockade der Straße von Hormus lässt die Preise für Rohöl und damit auch für Kerosin steigen – dem größten Kostenblock in der Bilanz jeder Fluggesellschaft. Dazu kommt, dass in Zeiten geopolitischer Instabilität die Buchungen für Länder, für die eine Reisewarnung gilt, massiv zurückgehen, was zu einer geringeren Auslastung der Maschinen oder kompletten, kostspieligen Routenstreichungen führt.

 

Strukturell schwach: Warum Airlines keine Champions sind

 

Die aktuelle Lage der Luftfahrtbranche ist kein Novum, denn Airlines haben kaum Kontrolle über ihre wichtigsten Kostenfaktoren: den Ölpreis, Flughafengebühren oder Streiks. Ganz zu schweigen von geopolitischen Entwicklungen. Gleichzeitig stehen sie in einem herausfordernden Verdrängungswettbewerb mit Billig-Konkurrenten, der auf die Gewinnmarge drückt.

 

So kommt es, dass Airline-Aktien trotz der ungebrochenen Reiselust nach der Pandemie und steigenden Ticketpreisen nicht vom Boden kommen. Ein Blick auf die boerse.de-Performance-Analyse beziffert das Dilemma: Über einen Zeitraum von zehn Jahren erzielte die Lufthansa-Aktie im Mittel 0% Rendite pro Jahr, und die TUI ist mit -19% p.a. sogar ein klassischer Kapitalvernichter.

 

Die jüngsten Kursverluste bei Lufthansa und TUI sind also kein vorübergehendes Phänomen, sondern symptomatisch für eine Branche, die Kapital eher verzehrt als vermehrt. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind solche Titel daher ungeeignet. Den „Gegenpol“ bilden Champions-Aktien, die sich durch eine starke Marktstellung, Preissetzungsmacht und vor allem durch eine langfristig hohe Anlagequalität auszeichnen – Merkmale, die im zyklischen Luftverkehrssektor systembedingt kaum zu finden sind.

 

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Auf gute Investments!

Ihr

 

Markus Schmidhuber

Content Manager