Die Gold-Renditeschere wird sich schließen
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
der Goldpreis ist zum Redaktionsschluss zwar spektakulär weggebrochen, kommt aber dennoch auf einen Januar-Zuwachs von 16%. Damit wurde nun sogar die Grenze von 5000 US-Dollar für die Feinunze überschritten, obwohl erst im Oktober 4000 Dollar erobert wurden und im März 3000 US-Dollar. Rechnen wir:
Von 5000 Dollar ausgehend, hat Gold 25% in vier Monaten gewonnen, 67% in zehn Monaten und 77% im Zwölf-Monats-Vergleich. Seit dem Tief vom 14. Februar 2024 beträgt der Anstieg sogar herausragende 150% sowie 200% seit dem Vier-Jahres-Tief vom 3. November 2022! Das sind atemberaubende Wertsteigerungen, doch es geht noch spektakulärer:
Die Feinunze Silber hat die Schallmauer von 100 Dollar durchbrochen. Damit wurden allein im Januar erstmals die runden Marken von 90, 80 und 70 Dollar erobert, denn der Silberpreis kommt von 61,27 Dollar zu Jahresbeginn und sogar 46,60 im Dezember-Tief. Gegenüber dem Jahrestief 2025 (9. April) beträgt der Gewinn 216%, seit dem Tief 2024 sind es +319% und 389% gerechnet vom Vier-Jahres-Tief am 1. September 2022! Ich weiß:
Bei solchen Renditen kommen Aktienanlegern die Tränen, erst recht, wenn gleichzeitig grundsolide Depot-Champions wie beispielsweise McDonald‘s (-6% seit Anfang 2025) vor sich hindümpeln. Also jetzt alles auf Gold setzen? Oder gleich auf Silber? Oder besser Edelmetall-Gewinne mitnehmen?
Die Antwort auf diese bedeutende Fragestellung findet sich in Ihrer ganz persönlichen Asset Allokation und damit im Vergleich der tatsächlichen mit der angestrebten Aufteilung Ihrer Investmentklassen. Ich bin Goldfan und empfehle seit über zwei Jahrzehnten einen hohen Goldanteil (siehe „Der Leitfaden für Ihr Vermögen“), denn Gold ist das bessere Geld. Die wunderschönen boerse.de-Goldmünzen tragen deshalb auch die Inschriften „Gold ist Sicherheit, Gold ist Beständigkeit, Gold ist Freiheit“. Angesichts der weltweit ungehemmt steigenden Staatsverschuldung gehört Gold, auch als Absicherung vor allen Marktturbulenzen, völlig unabhängig von der jeweiligen Kursentwicklung in jedes Depot. Dabei macht es in einer Gold-Rallye immer Sinn, schrittweise einzukaufen und sich damit der gewünschten Investitionsquote erst mit der Zeit anzunähern. Doch:
Wenn Sie schon seit Jahren diese Zeilen lesen, dann sind Sie dank der hohen Kursgewinne in Gold jetzt höchstwahrscheinlich überinvestiert. Entsprechend sollten Sie sich hier (zumeist steuerfreie) Teilgewinnmitnahmen überlegen und dabei peu à peu Goldinvestments solange reduzieren, bis die Position wieder Ihre geplante Ziel-Allokation erreicht hat (um mit der gewonnenen Liquidität direkte oder indirekte Champions-Investments auf die geplante Anlagequote zu bringen). Genauso werde ich in meinem Realdepot vorgehen, doch aktuell liegt der boerse.de-Gold-ETC trotz 170% Gewinn mit einer Gewichtung von 22% noch im Rahmen. Denn berücksichtigen wir:
Edelmetalle sind kein Produktivkapital und kennen daher auch kein „Nachholpotenzial“, das sich bei Aktien aus Gewinnen bzw. Dividenden ergeben kann. So konnte Gold erst im Jahr 2020 die Höchstkurse von 2011 überbieten, und der Silberpreis hatte sogar 14 Jahre gebraucht, um im vergangenen Sommer die 30-Dollar-Marke aus dem Jahr 2011 zu erobern. Dagegen ist es bei Champions-Aktien als Quality-Investments stets nur eine Frage der Zeit, wann sich eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung auch wieder im Kursverlauf widerspiegelt. Deshalb wird sich die momentan riesige Renditeschere zwischen Gold und Champions schließen, was ganz einfach eine Rückkehr zum (Rendite-)Mittelwert bedeutet. Natürlich gehören beide Assets in jedes Depot, doch auf Sicht der nächsten fünf Jahre dürften McDonald‘s & Co. den Goldpreis outperformen. Denn wir wissen:
Qualität gewinnt langfristig immer!
Mit bester Empfehlung
Ihr
Thomas Müller
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