Börsenzyklen als aktueller Trend-Artikel in „x-press Trading“!

Börsenzyklen als aktueller Trend-Artikel in „x-press Trading“!

Mit zwei Griffen bei 27 000 Punkten

 

Märkte entwickeln sich zyklisch. So zeigt etwa der DAX in der Regel neun Monate lang eine gute Entwicklung, während es in zwei Monaten meist bergab geht. Wer diese Schwankungen kennt, kann seine Trading-Strategie darauf abstimmen. Kolumnist Alexander Coels gibt Tipps.

 

Die meisten Anleger haben sicher schon einmal von der „Jahresend-Rallye“, der „Sommerflaute“ oder von der Börsenweisheit „Sell in May and go away“ gelesen oder gehört. Doch was verbirgt sich wirklich hinter diesen Schlagworten? Geht es dabei nur um abgedroschene Floskeln, die jedes Jahr von den Medien hervorgekramt werden, oder steckt tatsächlich etwas dahinter? Immerhin liegt ein Zusammenhang zwischen saisonalen Faktoren und der Kursentwicklung an den Kapitalmärkten auf der Hand. Denn so wie die Natur mit ihren Jahreszeiten und den damit verbundenen Vegetationsphasen unser aller Leben beeinflusst, hat diese Saisonalität natürlich auch einen enormen Einfluss auf die Börsenkurse.

 

Entwicklung nach Mustern

 

Schon Charles Dow hatte bei seiner Erforschung der Kapitalmärkte vor rund 120 Jahren Trends als wiederkehrende Folge von Auf- und Abschwüngen erkannt. Auch zahlreiche neuere Untersuchungen haben ergeben, dass die Entwicklung an den Börsen prognostizierbaren zyklischen Mustern folgt. Ein Beispiel: Seit seiner Einführung Ende 1987 wurde der DAX in insgesamt 24 Januar-Monaten gehandelt. Dabei verbucht der Deutsche Aktienindex im Durchschnitt über alle Jahre eine Null-Performance. In neun Monaten des Jahres gibt es im Mittel Kursgewinne zu verzeichnen, während im August und September unter dem Strich Abschläge hingenommen werden müssen. Denn für diese zwei Monate errechnet sich seit Ende 1987 eine Durchschnittsperformance von -1,79 (August) beziehungsweise -3,19 Prozent (September).

 

 

Schwächen ausklammern

 

Diese Saisonalität hat die Deutsche Börse vor einiger Zeit erkannt. Seitdem dient sie als Basis für einen sehr einfachen Index, den DAXPlus Seasonal Strategy Index. Er ist direkt an den Kursverlauf des DAX gekoppelt. Wenn der DAX um einen Punkt steigt, klettert auch der DAX Seasonal um einen Punkt. Beide Indizes beginnen in ihrer Berechnung am 31. Dezember 1987 bei 1 000 Zählern. Der einzige Unterschied: Im DAX Seasonal wurde in jedem Jahr der Index-Stand zum 31.Juli eingefroren und erst am 1. Oktober wieder aufgenommen. Während der DAX also über zwölf Monate im Jahr berechnet wird, bildet der DAX Seasonal nur für zehn Monate die Entwicklung ab und klammert die beiden schwächsten Monate August und September aus. Das Ergebnis: Der DAX Seasonal notiert heute bei rund 27 000 Punkten. Mit nur einem Kauf und einem Verkauf pro Jahr lässt sich die DAX-Performance also um den Faktor 3,5 verbessern. Diese Methode liefert auch bei anderen Basiswerten herausragende Resultate. So würde der Dow Jones heute bei über 50 000 Punkten liegen, wenn nur der September mit dem durchschnittlichen Verlust von 1,10 Prozent ausgeklammert würde. Bei konsequenter Anwendung der Strategie stünde Allianz bei rund 460 Euro, Lufthansa bei etwa 70 Euro und BMW bei fast 500 Euro.

 

Methode verbessern

 

Langfristanleger können also allein mit dieser relativ groben Methode ihre Buy-and-Hold-Renditen massiv verbessern. Doch auch für das aktive Trading lassen sich die Börsenzyklen erfolgreich einsetzen. Denn wenn bereits das Ausklammern einzelner Monate solch überzeugende Ergebnisse liefert, liegt der Schluss nahe, dass eine zusätzliche Verfeinerung der Ein- und Ausstiege noch bessere Resultate bringt. Die Basis für dieses genauere Timing bilden die Zyklen-Charts als Aneinanderreihung der täglichen Durchschnittsveränderungen ab. Damit veranschaulichen sie den historisch wahrscheinlichsten Verlauf der Kurse innerhalb eines Jahres, sodass sich mit ihrer Hilfe Kauf- und Verkaufsdatum theoretisch auf den Tag genau im Vorhinein bestimmen lassen. Bei den Berechnungen müssen zahlreiche Faktoren berücksichtigt werden. So zeigen etwa die Wahlzyklen, dass der Dow Jones in den Jahren vor einer Präsidentschaftswahl besonders gut abschneidet. Auch die Differenzierung, wo sich die Kurse innerhalb eines Jahrzehnts befinden, hat einen großen Einfluss auf den maßgeblichen Zyklus. Denn Jahre, die etwa auf einer „5“ (wie 2005) enden, sind in der Regel erfolgreicher als Jahre mit einer „0“ (wie 2000) am Ende. Weitere maßgebliche Kursmuster sind etwa der Monatszyklus oder der Zyklus der 4-Jahres-Tiefs, nach dem die Märkte alle vier Jahre ein markantes Tief ausbilden. Solch detaillierte Zyklen lassen sich immer dann sinnvoll berechnen, wenn ausreichende Daten zur Verfügung stehen.

 

Zyklen und Technik kombiniert

 

Diese Kombination der verschiedenen Zyklen ergibt also konkrete Prognosen über den künftigen Kursverlauf. Dabei liefern die ermittelten Ergebnisse sowohl in der Langfristanlage als auch im aktiven Trading sehr überzeugende Resultate. Mithilfe von Chart-, Markt- und Sentimenttechnik werden diese Zyklen-Prognosen in die aktuelle Entwicklung des Kurses eingepasst. Denn in Verbindung mit anderen gängigen Analysemethoden geben die Börsenzyklen einen konkreten Fahrplan für die Entwicklung an den Kapitalmärkten.

 

 

(Quelle: x-press Trading 27.06.11)

 

Weitere Informationen zur Anlage in Börsenzyklen finden Sie hier.