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Kurzfrist-Trader Wochenstrategie: Pause in der Rekordjagd

05.12.2017

 

Rosenheim ( Kurzfrist-Trader ) - Der Dezember ist meist ein freundlicher Börsenabschnitt. In den ersten zwei Wochen rührt sich aber oft nicht all zu viel. Erst auf Weihnachten zu ziehen die Indizes und Kurse an. Historisch gesehen sollte der Schwung bis in den Januar 2018 hinein anhalten. Im Verhältnis zu den frischen Rekorden an der Wall Street (Dow Jones und Standard & Poors 500) haben die Eurozonen-Aktienmärkte eindeutig Nachholbedarf. Doch wird auch die für die nahe Zukunft eher ungünstige Tatsache eine Rolle spielen, dass in den vergangenen Monate besonders die US-Barometer schon relativ kräftig aufgesattelt haben. Weltweit bleibt festzustellen, dass sich der Aktien-Kaufdrang zuletzt geradezu explosiv aber mit unterschiedlichen Schwerpunkten auf die USA konzentriert. Ob das für die viel zitierte Jahresend-Rallye ausreicht? Die starke Performance der Aktienmärkte basiert auf der positiven Kombination eines gleichförmigen globalen Wirtschaftswachstums und einem sehr moderaten Infl ationsumfeld. Einige Bewertungen von Aktien, zu denen auch US-Technologie-Papiere gehören, sind nicht mehr günstig.

Wall Street mit speziellem Spielraum

Den Bullen dürfte die Puste ausgehen. Keine Anlageklasse bietet derzeit ein attraktives Rendite-Risiko-Profi l, lautet die Parole. Also ist selektives Vorgehen angesagt. Bis sich seitens der Großanleger neue Kaufbereitschaft einstellt, wird es unser Meinung nach etwas dauern. Und somit könnte der
Dezember auch ein eher lascher Abschnitt werden. Für die europäischen Märkten ist der Auftakt zu dem Börsenmonat schon eine kleine Enttäuschung gewesen. Die kürzliche Wall-Street-Hausse entspringt übrigens einer Sonderentwicklung. Die Kurse der konventionellen Konzerne werden von der vorgesehenen US-Steuerreform beflügelt. Und die zuletzt favorisierten Banken-Titel profi tieren davon, dass die schärfere Regulierung dem designierten Notenbank-Chef Jerome Powell zufolge ausfällt. Wir haben es mit einer Art „Trump-Börse“ zu tun. Voriges Jahr im November führte sein politisches Programm, von dem bislang so gut wie nichts umgesetzt ist, zu einer mächtigen Sonder-Hausse, wovon die Eurozonen-Aktienmärkte auch nur unterdurchschnittlich profitierten – so wie derzeit der Fall. Man muss sogar befürchten, dass Dax & Co. eine Korrekturphase durchlaufen, die eine gewisse Zeit beansprucht.

Neue Hochrechnungen

Dass die Eurozonen-Indizes mit dem Dax vorne dran sich von der festen Wall Street diesmal nicht wie sonst üblich ordentlich ins Schlepptau nehmen lassen, liegt auch an dem gestiegenen
Euro – vorläufi g auf bis zu 1,195 Dollar. Das Jahreshoch bei 1,21 Dollar und sogar Paritäten um die 1,25 Dollar sind in Reichweite. Dies wiederum ist das Ergebnis der günstigen Prognosen für die Konjunktur in der Eurozone. US-Aktien sind im Schnitt teurer bewertet als die meisten Standardwerte in Europa. Dafür sollen den Schätzungen zufolge aber auch die Gewinne pro Aktie im Mittel um die 10% steigen. Die Geldpolitik bleibt trotz kleiner Einschränkungen 2018 expansiv. Fundamental gesehen besteht demnach keine Absturzgefahr. Doch aus berufenem Munde ist auch zu vernehmen, dass die vorhanden Risiken (Konfl ikte und Krisen aller Art) gegenwärtig ausgeblendet würden.

Auf die Unterschiede achten Für die Eurozonen-Aktienbarometer hat sich die Charttechnik ziemlich eingetrübt. Die gegenwärtig entstehende Formation könnte sich zu einem Schult-Kopf-Schulter- Muster (SKS) mit Umkehrcharakter entwickeln. So etwa beim Dax, dem Euro Stoxx 50, dem AEX, CAC 40 und MIB (Italien). Die Indizes sind trotz der teils heftigen Gewinnmitnahmen vom Freitag bisher nicht überverkauft und auch sonst liegen im Segment technische Indikatoren keine Extreme vor. Jedoch ist die Lage nicht ganz eindeutig. Schnelle Erholungen vom niedrigen Niveau sind jedenfalls möglich, zumal sich charttechnische Unterstützungen in fast unmittelbarer Nähe befinden. Auch verlaufen die Barometer deutlich über ihren 200-Tage-Linien (Ausnahme IBEX in Madrid und der britische FTSE), die bei nochmals schwächeren Notierungen als Stützen ins Spiel kämen. Beim Dax sind dies die 12.500 Punkte und beim Euro Stoxx 50 die 3520 Punkte. Für eine zugkräftige Bewegung aufwärts scheint es vorerst nicht zu reichen. Der KFT rechnet mit einer unsicheren Tendenz unter größeren Intraday-Schwankungen. Noch oben drehen werden die Notierungen erst bei einem leichteren Euro zum Dollar. Oder wenn die gegenwärtig überzogene Angst vor einer festeren Gemeinschaftswährung schwindet. Die Exportindustrie wird selbst Euro-Preise um die 1,21 bis 1,25 Dollar verkraften. Anders ist die Situation an der Wall Street. Der Dow Jones und der Standard & Poors 500 bauen ihre technischen Hausse-Extreme jetzt langsam ab. Wobei die Aufwärtstrends auf allen Ebenen intakt sind. Das verbleibende Potenzial nach oben veranschlagen wir als eher bescheiden. Im Falle eines Rücksetzers fungieren beim Dow die 23.500/23.600 als Haltezone und beim S&P 500 die 2600/2585 Zähler. Beim erschöpft wirkenden Nasdaq 100-Index ist es der Bereich 6250/6125 Punkte. Der Goldpreis hat auf 1273 Dollar zurückgesetzt und notiert aktuell bei 1280 Dollar. Das Kaufsignal für das Edelmetall selber und die Minenaktien fehlt. Nach unten kann die 200-Tage-Linie bei 1267 Dollar als Unterstützung gelten. Auch in den kommenden Tagen liegt unser Schwerpunkt auf Trades mit den Aktienindizes und den Standardwerten als Basis. In der turbulenten vorigen Handelswoche kauften wir das Short-Zertifi kat auf den Nasdaq-100-Index. Bereits am nächsten Börsentag wurden infolge der Verkaufswelle bei Technologieaktien Kurse bis zu 7,62 Euro erzielt. Der KFT machte einen Gewinn zwischen 12,5% und 17,2%. Den am Mittwoch mittels Limitkauf-Order zum Preis von 1,33 Euro erworbenen Call mit der WKN:DL6PV8 auf die Daimler-Aktie veräußerten wir Tags darauf mit einem bis zwei Cents Gewinn – mangels Dynamik der Aktie.

Datenlage: EU: Sentix Investorenvertrauen, USA: Auftragseingang Industrie, Auftragseingang langlebige Güter (Montag); Japan + China + EU + USA: Einkaufsmanager-Indizes Dienste, USA: ISM-Index Dienste (Dienstag); Deutschland: Auftragseingang Industrie, USA: Ölbericht Woche (Mittwoch); Japan: Frühindikatoren, Deutschland: Industrieproduktion, USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe Woche (Donnerstag); USA: Arbeitsmarkt (Freitag).

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