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Kurzfrist-Trader Wochenstrategie: Frischer Treibstoff gesucht

11.07.2017

 

Rosenheim ( Kurzfrist-Trader ) - In der ersten Juli-Woche sehen wir an den Börsen im großen Ganzen das gleiche Bild wie im Juni. Die Aktienindizes driften
seitwärts. Einzelne Hausse-Versuche scheitern ebenso wie der Angriff der Bären, die mitunter für schwächere Kurse sorgen. Man liest Überschriften wie „Dax in der Sommerflaute“ oder „Wall Street zieht den Dax nach unten“. Andererseits ist der Dow Jones zum Monatsbeginn dank zwischendurch höherer Ölpreise und der einschlägigen Branchen-Papiere vor exakt einer Woche auf einen neuen Intraday-Rekord geklettert. Der liegt indessen nur wenige Zähler über der alten Bestmarke und inspiriert die Börsen bisher nicht. Das Rohöl ist wiederum auf Talfahrt. In größeren Schritten abwärts geht es auch beim Gold, das mit 1212 Dollar von der nächsten entscheidend wichtigen Unterstützung nur 12 Dollar oder ein Prozent entfernt steht. Doch bei den Aktienbarometern an der Wall Street bleiben die Rekorde in Reichweite und die können im Falle einer günstigen Berichtssaison leicht überboten
werden.

Wall Street-Stimmung wieder besser Zudem haben viel beachtete und teils deutlich günstigere wirtschaftliche Indikatoren wie beispielsweise die ISM-Indizes Gewerbe und Dienstleistungen sowie ansprechende Daten vom US-Arbeitsmarkt den Trendsettern Dow Jones, Standard & Poors 500 und Nasdaq 100 am Freitag einen kleinen Schub
verliehen. Das Plus hat die Indizes in ihren mittelfristigen Aufwärtstrends gehalten, die im Laufe der vorigen Woche bei niedrigeren Notierungen mehrfach auf der Kippe standen. Jedoch ist es für die US-Indizes nicht einfach, wirklich durchzustarten. Grund: US-Aktien gelten als ambitioniert bewertet. Und es fehlt das für die Fortsetzung der Hausse notwendige Aufwärtsvolumen. Nach wie vor optimistisch ist die Stimmung der US-Fondsmanager. Und die nahen charttechnischer Unterstützungen dürfen zunächst als stabil gelten (Dow Jones zirka 21.170 Punkte, Standard & Poors zirka 2400 Punkte, Nasdaq 5600/5350 Punkte). Aus Sicht der Stochastik sind die US-Märkte weder überkauft noch überverkauft. Die kurzfristigeren Aufwärtstrends sind allerdings gefährdet oder bereits erledigt, sodass eine gewisse Portion Vorsicht bestimmt nichts schadet.
Aufwärtspotenzial in Europa

Die Eurozonen-Aktienbarometer durchlaufen eine Schwäche/ Seitwärts-Phase und sind momentan zumeist überverkauft. Das aktuelle Chartbild eröff net ein mögliches Doppeltief mit anschließend festeren Kursen, zunächst bis auf das Niveau der nahen Widerstände. Dieser Vorgang wäre als das Pullback auf die vorangegangenen Verluste einzustufen. Erst wenn diese Widerstände überwunden sind (siehe Rubrik Charts), ist für die Kurse mehr Platz nach oben. Das Risiko abwärts halten wir im Hinblick auf den fundamentalen und charttechnischen Hintergrund für überschaubar. Außerdem haben solide europäische Standardwerte bei den Großanlegern und beim privaten Publikum inzwischen wieder bessere Karten, trotz der etwas ungünstiger werdenden Euro/Dollar-Parität. Technisch gesehen besteht das Handicap, dass die vom Dezember 2016 herrührenden Aufwärtstrends der Indizes erledigt sind.

Selektive Transaktionen Die Schätzungen für die im S&P 500 enthaltenen Unternehmen kalkulieren im zweiten Quartal mit einem durchschnittlichen Gewinnplus von 6,5% gegenüber dem Vorjahr. In der Praxis werden Prognosen oft übertroff en mit der Folge steigender Kurse. Das ist im Sinne der Konzerne, die mittels ihrer Informationen im Vorlauf auf die Berichtssaison Erwartungen dämpfen – eine gängiges Verfahren an der Wall Street. Die Unternehmensgewinne sind der wichtigste Treibstoff für Aktienkurse, neben der Notenbank-Geldpolitik.

Die Steigerung um 6,5% dürfte im jetzigen Kursniveau weitgehend enthalten sein. Jedenfalls haben die meisten Auguren für den S&P 500 per Jahresende 2440 Punkte als Zielmarke auf der Rechnung, schmale 15 Zähler über dem jetzigen Index-Niveau. Die Aussichten in Europa sind nach heutigem Kenntnisstand günstiger. Keine besonderen Signale liefern derzeit die Volatilitätsindizes in ihrer Eigenschaft als Angstbarometer, die allesamt etwas gestiegen sind, wie bei schwächerer Tendenz der Normalfall. Generell bleibt die Zukunft ungewiss, obgleich der IWF den Märkten „mehr Sicherheit“ zuschreibt.

Korrekturen innerhalb der intakten langfristigen Aufwärtstrends jedenfalls sind nicht auszuschließen. Dann sind beim Dow und beim S&P 500 die tieferen Auff angzonen auf dem Niveau der März-Hochs gefragt, die gleichzeitig den Start des Ausbruchs im letzten Hausse-Abschnitt markieren. Dass der teure Nasdaq-100-Index immer noch Trendstärke aufweist, machen die festen Börsentage deutlich. Zurzeit sind Chip-Aktien nochmal gefragt, die ihren Zenit jedoch überschritten haben. Es hapert mit der Kontinuität: Seit dem schweren Rückschlag Anfang Juni gehen die Index-Gewinne rasch wieder verloren. Auf dem ermäßigten Niveau würden wir die Eurozonen-Indizes als Vehikel für unsere selektiven Transaktionen vorziehen (Dax, Euro Stoxx 50, AEX, ATX, CAC 40, IBEX, MIB). Das Gold notiert nun deutlich unter seiner 200-Tage-Linie, die aktuell bei 1232 Dollar verläuft. Die nächste wichtige Haltelinie befi ndet sich bei 1200 Dollar. Das Potenzial aufwärts reicht bis zirka 1240 Dollar. Der KFT macht hier zurzeit nichts, ebenso beim Rohöl. Offene und abgeschlossene Transaktionen:
Rechtzeitig vor dem Schwächeanfall verkaufte der KFT vorige Woche das Long-Zertifi kat auf den Euro-Stoxx-50-Index mit der WKN: HU7Y49 mit einem Gewinn von 7%. Es zahlt sich aus, bei der wechselhaften Tendenz kurzfristig erzielte Gewinne rasch zu realisieren und fl exibel zu bleiben. Unsere ultimo gültige Limitkauf-Order für das Long-Zertifi kat auf den Standard & Poors 500-Index mit der WKN: DL5RP2 zum Preis von 2,65 Euro ist bislang nicht ausgeführt worden. Dazu müsste der Index auf zirka 2400 Punkte fallen. In den vergangenen Tagen ist der niedrigste Stand bei 2409 Punkten gewesen.


Datenlage Woche:

Kennzahlen China, EU: Sentix Konjunkturindex (Montag); EU: Industrieproduktion, USA: Ölbericht Woche, Notenbank Beige Book zu Zinsen + Wirtschaft (Mittwoch); deutsche Verbraucherpreise, USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe Woche, Erzeugerpreise (Donnerstag); EU: Kfz-Neuzulassungen, USA: Einzelhandelsumsätze, Industrieproduktion, Kapazitätsauslastung, Verbraucherpreise, Verbrauchervertrauen, Bilanzen: JP Morgan Chase, Citigroup, Wells Fargo (Freitag).


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