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Kurzfrist-Trader Wochenstrategie: Eine Gratwanderung

10.10.2017

 

Rosenheim ( Kurzfrist-Trader ) - Dass die Luft nach oben für die Indizes jetzt dünner wird, steht außer Frage. Zudem lässt das Aufwärtsvolumen an festeren
Börsentagen öfters zu wünschen übrig. Eine richtige Hausse entwickelt eigentlich mehr Dampf. Dieser Umstand sollte beachtet werden. Denn er könnte sich als Vorbote einer zumindest zwischenzeitlichen Schwächephase herausstellen. Von Interesse ist in diesem Zusammenhang, welche Resultate hinsichtlich der Konzerngewinne und Ausblicke die jetzt beginnende Oktober-Berichtssaison liefert. Diese Woche machen die US-Großbanken JPMorgan Chase und Citigroup (Donnerstag) sowie Bank of America und Wells Fargo (Freitag) den Anfang. Der KFT rechnet mit nur teils respektablen Zahlenwerken.

Letzten Endes kommt es darauf an, ob die Konjunktur die Schlagzahl halten kann. Oder die teils bereits leicht überhitzte Situation kippt. Was die USA anbetriff t, so sind die Schätzungen traditionell Korrektur anfällig. Und bislang ist unklar, ob und inwieweit die Hurrikans Harvey und Irma die Wachstumsdynamik beeinflussen. Der Fahrplan der Notenbanken ist soweit bekannt. Zu 90% rechnen die Akteure an der Wall Street im Dezember mit einer Erhöhung der Leitzinsen. Mitte der Woche kommt ein routinemäßiges Statement der Fed in Washington heraus.

Die Luft wird dünner

Ein dickes Fragezeichen steht hinter den Anleihenkäufen der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. Der Druck auf EZB-Chef „Super-Mario“ Draghi wächst, diese zu beenden oder wenigstens schrittweise einzustellen. Was aber tun, falls in Spanien und Italien die Wirtschaft wieder zu schwächeln
anfängt, wonach es trotz zwischendurch besserer Kennzahlen mitunter aussieht? Fragen ohne Antworten, die EZB ist gefordert! Des weiteren bereitet die deutsche Wirtschaft sich auf ein mögliches Scheitern der Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union vor. Die bisherigen Gespräche bringen keinerlei Annäherung. Einen Dämpfer erhalten könnte das bullische Klima von den nationalen und internationalen Konfl ikten. Die mangelhafte Vorsorge für fragwürdige Kredite bei den Banken und die allgemein hohe Verschuldung sind ein Dauerthema und Wasser auf die Mühlen der Crash-Gurus.

Beachtliche Sorglosigkeit

Der für den Standard & Poors 500 zuständige Volatilitätsindex VIX hat mit 9,19 Punkten ein historisches Tief gesetzt. Das bedeutet: Gemessen am VIX war die Sorglosigkeit nie so groß wie derzeit. Auch andere begleitende Indikatoren befinden sich in einer extremen Lage, die sich nicht halten lassen wird. Man kann eine Korrektur oder eine notwendig erscheinende Verschnaufpause nicht herbeireden. Aber sie wird kommen, besonders wenn Indikatoren Schwächen zeigen. Wobei der VIX dem Chartbild nach für die Bullen ziemlich gefährlich aussieht.
Das Rohöl steht wieder unter Verkaufsdruck und die Preise sinken. Angeblich haben die OPEC-Staaten ihre Produktion trotz gegenteiliger Behauptung hochgefahren. Mehr vom „schwarzen Gold“ kommt auch wieder aus den USA. Der Angebotsüberhang besteht weiterhin, wie in der KFT-Ausgabe der vorigen Woche beschrieben.

Hausse-Trends intakt – Risiken bedenkenDank der fundamental günstig erscheinenden Daten fällt die relativ hohe Bewertung insbesondere der US-Aktien zurzeit nicht besonders ins Gewicht. Denn die konjunkturellen Indikatoren haben zuletzt teils überdurchschnittlich zugelegt. Das gilt etwa für die amerikanischen Einkaufsmanager-Indizes und andere Messwerte. In Europa stagnieren die einschlägigen Kennzahlen auf hohem Niveau. Nur die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag haben überraschend enttäuscht, trotz offiziell niedrigster Arbeitslosigkeit. Jedenfalls:

Die US-Trendsetter der Wall Street verdanken ihren Aufschwung mit neuen Indexrekorden dem aktuell stark aufgehellten Konjunkturausblick.Und auch die vorgesehene Steuerreform für Unternehmen hilft den Kursen offenbar. Da schaden auch geringfügig erhöhte Zinsen nichts, so die gängige Einstellung. Vor wenigen Wochen war die herrschende Meinung noch von erheblichen Zweifeln hinsichtlich des Wirtschaftswachstum geprägt. Charttechnisch ist die Lage mit den langen intakten Aufwärtstrends positiv. Allerdings vermitteln die meisten Märkte einen zwar relativ stabilen aber auch reichlich überreizten Eindruck. Tendenziell gilt dies auch für europäische Indizes. Zwar ist die Saisonalität aus statistischer Sicht für die nächsten Monate vielversprechend. Doch die extreme Überkauftheit der markttechnischen Indikatoren sowie das derzeit euphorische Sentiment bergen die Gefahr eines jederzeit möglichen Rücksetzers. Vor diesem Hintergrund ist der KFT mit Long-Zertifi katen vorsichtig und wartet dafür tiefere Kurse nach überfälliger Konsolidierung ab. Mit Puts in solchen Börsen Geld zu verdienen, ist nicht so einfach. Denn ein oder zwei Hausse-Schübe können solche Positionen einklemmen. Das heißt, den Stop-Loss zur Kapitalsicherung aktivieren. Jedenfalls rechnet der KFT im Oktober mit zwischenzeitlich schwächeren Börsen, Im Laufe dieser Woche planen wir neue Trades mit den Schwerpunkten Börsenindizes und marktbreite Standardwerte (Calls und Puts), also selektive Transaktionen.

Datenlage + Berichtssaison

China Kennzahlen, deutsche Industrieproduktion, EU: Sentix-Investorenvertrauen (Montag); EU-Länder: Industrieproduktion (Dienstag); USA: Notenbank zu Wirtschaft + Zinsen, (Mittwoch); EU: Industrieproduktion gesamt, USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe Woche, Erzeugerpreise, Ölbericht Woche, Bilanzen: JPMorgan Chase, Citigroup (Donnerstag); China Kennzahlen, deutsche Verbraucherpreise, USA: Einzelhandelsumsätze, Verbraucherpreise, Verbrauchervertrauen, Bilanzen: Bank of America, Wells Fargo (Freitag).

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