Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
die neuesten Wirtschaftsdaten aus China geben wieder einmal ein beeindruckendes Bild ab. Die Exporte des Landes sind im Februar um 46 Prozent nach oben geschossen, und zogen damit so schnell an wie seit drei Jahren nicht mehr. Bei den Importen ergab sich gegenüber dem Vorjahr ein Wachstum von 45 Prozent. Dies macht deutlich, dass nahezu alle Wirtschaftszweige im Reich der Mitte wieder auf Hochtouren laufen. Beeindruckend ist unter anderem das Wachstum der Automobilindustrie. So erhöhte sich der Pkw-Absatz im vergangenen Monat auf Jahressicht um 55 Prozent auf 942.900 Fahrzeuge.
Volkswirte gehen davon aus, dass China 2010 für rund ein Viertel des globalen Wachstums aufkommen wird. Das Land ist damit zu seinem langfristigen strukturellen Wachstumspfad zurückgekehrt, und zieht den Rest der Welt mit aus der Stagnation. Die westlichen Industrienationen werden sich dagegen in allenfalls auf das Vorkrisenniveau zurückarbeiten. Ein substanzieller Wachstumsschub ist hier in den kommenden Jahren wohl kaum zu erwarten.
Dies bedeutet, dass auch die chinesischen Unternehmen anders beurteilt werden müssen als die hiesigen börsennotierten Gesellschaften. Chinesische Firmen befi nden sich in einem Umfeld, das hohe Steigerungsraten geradezu erzwingt. Entwicklungen wie in der dortigen Autoindustrie sorgen bei den Herstellern für Hyper-Wachstum – zumindest einige Anbieter werden binnen
weniger Jahre zwangläufi g zu regelrechten Giganten heranwachsen.
Ähnliche Gesetze gelten in vielen Sektoren. Die Telekombranche etwa gilt im Westen schon seit vielen Jahren als wachstumsschwach. In China dagegen gelingt es einem Unternehmen wie China Mobile noch ohne weiteres, 4 bis 5 Millionen Neukunden pro Monat (!) hinzu zu gewinnen. Und auch die chinesischen Versorger können sich über einen Mangel an Nachfrage
nicht beklagen. Der Stromverbrauch zog dort 2009 um 25 Prozent an. Dies sind Zuwächse, von denen die deutschen Kraftwerksbetreiber nur träumen können.
Wenn schon die „konservativen“ Branchen in China hohe Wachstumsraten aufweisen, so gilt dies für andere Sektoren noch viel mehr. Viele Wirtschaftszweige, die bei uns schon an ihre Wachstumsgrenzen gestoßen sind, stecken dort noch in den Kinderschuhen. Der Bedarf nach „gehobenen“ Konsumgütern etwa steigt mit wachsendem Wohlstand exponentiell. Immer
mehr Chinesen leisten sich Fleisch, Milchprodukte oder edle Weine; sie schaffen sich Unterhaltungselektronik
an oder unternehmen erstmals Reisen. Neue Märkte entstehen geradezu aus dem Nichts, und verschaffen den dort erfolgreichen Unternehmen Traumgewinne. Allen vorübergehenden Kursirritationen zum Trotz:
Es sind die Wachstumsmärkte in China und in den übrigen schnell wachsenden asiatischen Ländern, in denen Sie als Anleger in den kommenden Jahren agieren sollten. ASIEN-Trends unterstützt Sie hier weiterhin mit profunden Analysen und mit der Auswahl der vielversprechendsten Titel.
Viel Erfolg mit Ihren Asien-Trades
Gerhard Heinrich
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Gerhard Heinrich ist seit 20 Jahren an den Börsen tätig, wovon sich der Analyst seit acht Jahren voll auf die asiatischen Finanzmärkte konzentriert. Zwei Jahre arbeitete Gerhard Heinrich als Finanzredakteur in Bangkok und betreibt heute den Asien-Bereich von Deutschlands größtem Asien-Portal EMFIS.com. Dabei pendelt der Asienspezialist zwischen Deutschland, Singapur, Bangkok und Hong Kong und ist regelmäßig auf N-TV („Märkte am Morgen") und dem Deutschen Anleger-Fernsehen („Q+A") zu sehen.
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