Andreas Wolf

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Kolumne

Andreas Wolf zum Thema Nasdaq

Zyklenanalyse Nasdaq

Andreas Wolf

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

zu den Stimulatoren der aktuellen Erholungs-Rallye an den Aktienmärkten gehören vor allem die Technologieaktien. Viele Investoren gehen davon aus, dass die Branche der Gewinner der jüngsten Konjunkturkrise ist und erhöhen ihre Engagements in den entsprechenden Papieren. Zudem versprechen die Zyklen im Bezug auf die Technologieaktien eine bessere Rendite als in anderen Bereichen des Aktienmarktes. Ein Rückblick auf das Jahr 2000 führt allerdings zu einem Wechselbad der Gefühle, denn der Mega-Hausse des damaligen Jahrzehntbeginns von Januar bis März folgte der Katzenjammer der Anleger im restlichen Jahresverlauf. Was im Durchschnitt für das 0er-Jahr von der US-Technologiebörse zu erwarten ist, lesen Sie im zweiten Teil.
Der DAX hat den Widerstandsbereich 5750/5800 Punkte ohne große Probleme gemeistert und bewegt sich jetzt auf die 6000er-Marke zu. Davor muss er aber noch die wichtige Hürde bei 5888 Punkten überspringen. Den Bären scheint das aber nicht recht zu sein, sie halten dagegen.

DAX: Widerstand bei 5888 Punkte noch zu stark


Blenden Anleger einmal den Zeitraum zwischen Mitte Januar und Ende Februar diesen Jahres aus, wäre das Thema DAX in 2010 noch ein Non-Event. Mit dem aktuell erreichten Kursniveau notiert der Index fast genau dort, wo er in 2009 geschlossen hat. Nach sieben Tagen mit steigenden Kursen ist es aber auch aus zyklischer Sicht für die Bullen einmal Zeit eine kleine Erholungspause einzulegen. Die Zone um 5888 Punkte stand schon zu Jahresbeginn im Fokus, handelt es sich doch hierbei um einen relativ starken Widerstand. Kann er aus dem Weg geräumt werden, geht es auch recht zügig über 6000 Punkte. Normal wäre nun ein Konsolidierungszeitraum von 2 bis 3 Tagen, der nicht mehr als 100 Zähler ausmachen sollte. Lassen die Bullen mehr zu, stünde die Erwartung nach weiter steigenden Kursen auf wackligen Beinen. Einen zu deutlichen Rückschlag sollten die Bullen daher nach Möglichkeit vermeiden.

Nach zyklischen Gesichtspunkten beginnt für den DAX jetzt die kritische Phase, denn zwischen dem 8. und dem 22. März spricht die Statistik für die 0er-Jahre nicht gerade für steigende Kurse, denn demnach soll auch das Monatstief in diesem Zeitraum liegen. Kurse unterhalb von 5600 Punkten wären deshalb nicht ungewöhnlich. Auch die Tatsache, dass der Markt massiv überkauft ist, stellt ein kurzfristiges Argument für die Bären da. Ein Auffangnetz im Falle sinkender Kurse könnte der Bereich um die 38-Tage-Linie bei 5650 Punkten darstellen. Darunter fände sich dann die steigende 200-Tage-Line bei 5550 Punkten als mögliche Unterstützung.

Ein klares Szenario für die unmittelbare Zukunft lässt sich nur schwer umreißen, solange nicht deutlich wird, ob es den Bullen gelingt, nochmals bis 6000 Punkten oder darüber vorzustoßen. Die Gefahr eines Doppel-Tops steht damit weiter im Raum. Nur wenn das Jahreshoch bei 6094 Punkten überschritten wird, wären die Käufer wieder uneingeschränkt im Vorteil.

DAX seit September 2009

 

DAX seit September 2009

 

5.888 Punkte bremsen die Bullen



Nasdaq: Zweigeteilte Entwicklung

Wie in der Einleitung schon angesprochen verlief das Jahr 2000 bei den US-Technologieaktien sehr volatil, der Chart des DAX von damals konnte da sogar mithalten, fanden sich doch einst mehr Technologieaktien mit starker Gewichtung im Index als heute. Ein Blick auf den Fahrplan für die 0er-Jahre zeigt eine erstaunliche Übereinstimmung mit dem Realverlauf. Dem Einbruch vom Februar folgt nun die schnelle Erholung, die nach der Prognose sogar bis Ende März in neue Jahreshochs münden soll.

Danach geht es volatil weiter, einem deutlichen Einbruch im April folgt ein kontinuierlicher Anstieg mit der Etablierung des Jahreshoch für 2010 im Juli. Dann allerdings wird es ernst für die Bullen, denn es setzt ein regelrechter Baisse-Zyklus bis Anfang Oktober ein, der alle Zugewinne der vorherigen Monate auslöscht und sogar Minuszeichen in der Jahresbilanz auftauchen lässt. Bis zum Jahresende wird es maximal dann nur noch für eine schwarze 0 reichen, gemessen an der aktuellen Entwicklung für Langfristanleger ein eher enttäuschendes Szenario. Umso klarer geht daraus hervor, wie wichtig es ist, an vier bis fünf zentralen Wendemarken des Marktes richtig positioniert zu sein. In diesem Fall kann man dann die schwarze 0 der Fundamentalanleger gelassen betrachten. Welches die richtigen Zeitpunkte zur angemessenen Positionierung sind verraten wir Ihnen im Zyklen-Trader.


Chart-Nasdaq-Zyklus 0er-Jahre

 

Nasdaq

 

Hochvolatile Jahresverlauf für Technologieaktien


Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Handelswoche


Ihr

Andreas Wolf

 

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Lebenslauf

Andreas Wolf beschäftigt sich seit 1989 intensiv und umfassend mit dem Thema Börse. Der gelernte Bankkaufmann sammelte in den 1990er Jahren umfangreiche Berufserfahrung als Anlageberater und technischer Analyst bei verschiedenen Bankhäusern. Die Schwerpunkte lagen dabei im Optionsscheinhandel und dem Einsatz derivativer Finanzinstrumente zur Renditesteigerung. Während der Börsenbaisse 2000 bis 2003 steuerte Andreas Wolf ein Musterdepot für ein Börsenmagazin erfolgreich unter Einsatz von Derivaten durch das widrige Finanzmarktumfeld. Seit sechs Jahren ist der Börsenexperte als selbstständiger Wirtschaftsredakteur für verschiedene Wirtschafts- und Börsenmedien tätig.