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Was Sie über Trendfolge wissen müssen

2. Trendfolge oder Trendsetting

Der Erfolg der Geldanlage beruht daher darauf, ob wir Trends richtig identifizieren und ausschöpfen. Die beiden grundlegenden Ansätze lauten: Trendfolge oder Trendsetting.

2.1. Trendsetter oder »Anti-Zykliker«

Ideal wäre es, würden wir Trends kennen, bevor sie existieren. »Antizykliker« hoffen Trends frühzeitig zu ermitteln. Wie wir Trendfolger erwarten sie Trends oder Zyklen, glauben jedoch, besonders früh treffsicher investieren zu können. Alle Ansätze dieser Art nenne ich »Trendsetting«, ein Begriff aus der Bekleidungsindustrie.

Typische Trendsetter einzelner Märkte können die Trends allerdings nicht erkennen, sondern haben auf die eine oder andere Weise Macht über die künftige Entwicklung. In der Bekleidungsindustrie sind es die immerselben Modedesigner, die »Trendsetter« sind oder sein wollen. In der Möbelindustrie, in der Kochkunst, der Film- oder Computer- und Mobilfunkindustrie ist es ebenso.

So hat sich in der früheren Videotechnik nicht das damals beste System durchgesetzt – Betamax für diejenigen unter Ihnen, die diese Techniken noch kennengelernt haben –, sondern mit dem sogenanten »VHS«-Standard der am besten beworbene Ansatz.

Mit einer Marktmacht von mehr als 90% haben sich die Betriebssysteme von Microsoft weltweit durchgesetzt – auch wenn Systeme, wie die von Apple, schon vor zwanzig Jahren als besser galten. Apple wiederum baut heute Smartphones, die technisch schlechter sind als die von Konkurrenten – und ist trotzdem marktführend. Das alles zeigt: Trendsetting ist in aller Regel keine besondere Erkenntniskunst, sondern Marktmacht.

Bei Lichte betrachtet haben die meisten späteren sogenannten Trendsetter bereits existierende Lösungen nur kopiert, sind also Trendfolger gewesen. Wussten Sie, dass McDonald’s nicht das erste systematische Schnellrestaurant war, wie heute gerne behauptet wird? White Castle gilt als die erste Fast-Food-Kette. McDonald’s hat das existierende Konzept nur besser kopiert.

Zurück zur Geldanlage: Alle Systeme, die auf künftige »Wert«-Entwicklungen bauen, sind im Kern Trendsetting-Ansätze. »Value«-Investoren setzen auf unterbewertete Aktien, die eines Tages ihren wahren Wert erreichen würden. »Buy-and-hold«-Systeme behaupten, dass Anleger belohnt werden, wenn Sie niedrig bewertete Titel nur lange genug halten würden. Fundamental-Analysten gehen immer auf Trendsetting-Annahmen zurück: Die Bilanz gibt demnach Auskunft darüber, ob Sie eine Aktie – oder die Anleihe eines Unternehmens – kaufen können. Darunter gibt es viele Spielarten – Dividendenstrategien, KGV-Strategien, KBV-Strategien, Ertragswert-Verfahren und so fort –, die allesamt auf den Unterschied zwischen aktuellem und künftigem Wert abstellen.

Solche Trendsetter haben es genauso schwer wie die Trendsetter an den anderen genannten Märkten: selbst die ehrenwerteste Rechnung über den Bilanzwert eines Unternehmens muss unterstellen, dass die Märkte das eines Tages erkennen und belohnen. Das aber ist eine weitere Annahme, die – siehe Videosysteme oder Computer-Betriebssysteme – zutreffen könnte, aber nicht muss.

Ein Beispiel: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis im Dax (KGV) und die Kursentwicklung

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis im Dax (KGV) und die Kursentwicklung

Wie Sie sehen: Sie sehen nichts. Das KGV im Dax ist seit dem Crash im Frühjahr 2003 (dem Einmarsch der USA im Irak) tendenziell immer stärker gesunken. Das KGV müsste, wäre es ein zuverlässiger Indikator, in etwa gleich bleiben: es ist der Preis, den die Börsen für die »G« = Gewinne zahlen. Faktisch aber hat das KGV sich um mehr als 60% verbilligt. Zudem hat sich der Dax um die Entwicklung des KGV kaum gekümmert.

Antizyklische Ansätze unterstellen wie die Trendfolge ebenfalls die Existenz von Zyklen/Trends, hoffen aber darauf, vorab investieren zu können.

2.2. Trendfolger oder »Pro-Zykliker«

Trendfolger gehen daher bei der – gegen die weit verbreitete Ansicht – selben Grundannahme (die Welt bewegt sich in Trends) anders vor: Erst wenn sich ein Trend herausgebildet hat, wird investiert: pro-zyklisch. Da Trends naturgemäß die Eigenschaft haben, über einen gewissen Zeitraum zu laufen, nehmen Trendfolger einen – möglichst großen – Anteil am Trend mit und verzichten auf das theoretisch mögliche Maximum.

Das heißt: Was auch immer Sie über verschiedenste Anlagestrategien lesen, es handelt sich im Kern nur um Varianten von Trendsetting – oder Trendfolgesystemen.

Die auf jeden Fall sichereren Systeme sind Trendfolgesysteme, da sie auf Fakten beruhen – den vorhandenen Kursen und identifizierten Trends – und nicht auf Prognosen wie Trendsetting-Systeme sie immer stellen müssen.

Bedenken Sie: Für jedes prognostizierte Ergebnis (der Kurs steigt innerhalb von y Tagen/Wochen/Monaten/Jahren) gibt es theoretisch ein Vielfaches an anderen Ausgangsmöglichkeiten. Die meisten antizyklischen Prognosen müssen daher schon wahrscheinlichkeitstheoretisch falsch sein – und sind es auch.

Hier einige schöne Prognosen:

»Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten – allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren.«
Gottlieb Daimler, 1901

»Ich glaube, der Weltmarkt hat Raum für fünf Computer, nicht mehr.«
Thomas J. Watson, Vorstandsvorsitzender IBM, 1943

»Es gibt nicht das geringste Anzeichen, dass wir jemals Atomenergie entwickeln können.«
Albert Einstein, 1932

»Schön, aber wozu ist das Ding gut?«
Ingenieur von IBM über einen Mikrochip, 1968

»640 KB sollten für jeden genug Speicherkapazität im Computer sein.«
Bill Gates

»Es gibt keinen Grund, weshalb ein Mensch einen Computer zu Hause haben sollte.«
Ken Olsen, Präsident von Digital Equipment 1977 (»DEC« war lange Jahre lang ein erfolgreicher Computer-Hersteller und wurde später von Compaq übernommen, das seinerseits von Hewlett-Packard einverleibt wurde.)

Übrigens wird kein Antizykliker selbst bei erfolgreicher Prognose seine Aktien bei Gewinnen vorzeitig aus der Hand geben wollen. Die Antizyklik bezieht sich nur auf den – frühzeitigen – Einstieg.

Jeder Trendfolger wird bei seiner Behauptung (»die Aktie befindet sich im Aufwärtstrend«) auf Fakten statt Prognosen verweisen. Daraus lassen sich dann dieselben Schlüsse wie bei Trendsettern ziehen. Wenn ein Trend erst einmal läuft, wird der Kurs steigen. Stabile Trends haben die Neigung, lange zu laufen, da Trends träge sind.

Sehen Sie sich den Trend von Apple an. Die Aktie hat langfristig den Weg nach oben eingeschlagen, gegen alle negativen Einschätzungen, die es unterwegs immer wieder gab. Trendfolger haben frühzeitig und langfristig auf die Aktie gesetzt.

Apple – langfristig im Aufwärtstrend

Apple – langfristig im Aufwärtstrend

Die ersten Überlegungen sind daher abgeschlossen:

  • Die Märkte verlaufen in Trends – eindeutigeren und weniger eindeutigen. Trends sind »überzufällig« und können daher ausgenutzt werden, wenn Sie als Investor die Trends rechtzeitig identifizieren.

  • Alle Ansätze (»Value«, »Growth«, »Fundamental«, »Technisch« und so fort) unterscheiden sich im Kern darin, ob sie Trendsetter sind und antizyklisch vorgehen oder Trendfolger und daher prozyklisch investieren.

  • Trendfolger und Prozykliker haben einen entscheidenden Vorteil: die Fehlerquote ist mit weitem Abstand geringer, da sie auf Fakten und nicht auf Prognosen beruhen.

  • Trendfolger sind damit auf jeden Fall sicherer und im Durchschnitt erfolgreicher als alle antizyklischen Systeme. Antizykliker, die besser abschneiden, sind in der Regel die zufälligen und vorher nicht bestimmbaren Ausreißer.

Im Buch „Was Sie über Trendfolge wissen müssen“ werden Sie daher die Trendfolge als das erfolgreichste und sicherste System der Geldanlage kennenlernen. Außerdem finden Sie Optimierungshilfen, mit denen die Ergebnisse der Trendfolge sich noch verbessern lassen.

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