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Jesse Livermore

Die Geschichte der Börsenlegende

Livermore hatte schon früh gemerkt, dass nie offensichtlich war, was auf dem Aktienmarkt vor sich ging. Die Börse war dazu ausgelegt, die meisten Leute die meiste Zeit über zum Narren zu halten.

Seine Regeln basierten auf unorthodoxen Überlegungen wie: Begrenze Verluste sofort; lass Gewinne laufen, wenn kein triftiger Grund vorliegt, die Position glattzustellen; konzentriere dich auf die führenden Werte, die mit jedem neuen Trend wechseln; in neue Hochs hinein sollte man bei einem Ausbruch kaufen; billige Aktien sind oft keine Schnäppchen, weil sie wenig Bewegung zeigen und kein Potenzial für Kurssprünge bieten. Der Aktienmarkt ist eine Studie von Zyklen - er steigt nie endlos, noch fällt er endlos, doch wenn er seine Richtung ändert, hält sich der neue Trend, bis er gestoppt wird. Agiere nie gegen den Trend.

Im Juni 1922 ließ die New York Stock Exchange ein Unternehmen namens Piggly Wiggly zum Handel zu. Eigner dieser von ihm selbst aufgebauten Einzelhandelskette war ein korpulenter Vierzigjähriger: Clarence Saunders aus Memphis, Tennessee. Die Aktien wurden emittiert und sackten sofort ab. Der Kurs fiel dramatisch.

Beunruhigt ob dieser Entwicklung kratzte Mr. Saunders zehn Million Dollar zusammen und ging damit an die Wall Street, um den Kurs zu stützen. Er wandte sich direkt an Jesse Livermore.

Es sollte das letzte manipulative Manöver dieser Art in der Geschichte der Wall Street werden. „Mr. Livermore, ich möchte, dass Sie den Kurs meiner Aktie nach oben treiben. Ich habe hier eine Kriegskasse mit zehn Millionen Dollar für Sie, die Sie dafür verwenden können. Werden Sie es tun?"

„Sie wird zur Zeit zu fünfunddreißig Dollar gehandelt. Ist sie denn mehr wert?"
„Oh ja. Der Emissionskurs betrug fünfzig Dollar, und der lag unter Wert.“
„Wie viele Aktien sind in Umlauf?“, fragte Livermore.
„Zweihunderttausend sind in Streubesitz. Die übrigen halte ich.“ „Wann wollen Sie anfangen?"
„Wieso nicht gleich morgen?“
„Geben Sie mir ein paar Tage Zeit, Mr. Saunders, damit ich die Angelegenheit prüfen kann."
„Gut. Aber Sie haben noch gar nicht erwähnt, was mich Ihre Unterstützung kosten wird?"
„Normalerweise berechne ich nichts. Ich beanspruche lediglich eine Option auf eine bestimmte Anzahl von Aktien. Doch diesmal liegt die Sache anders. Einigen wir uns also auf ein angemessenes Honorar für meine Bemühungen."

Livermore sah sich auf dem Markt um und sie trafen sich wenige Tage später wieder.

„O.K., Mr. Saunders, ich denke, wir sind im Geschäft. Ich verlange zwanzig Prozent der Wertsteigerung der Aktie."
„Das ist ein faires Angebot. Können Sie gleich anfangen?" „Morgen geht's los."
Am folgenden Tag verwendete Livermore Clarence Saunders zehn Millionen, um im Stillen Aktien auf dem offenen Markt zu kaufen. Ende der ersten Woche hatte er 105 000 Aktien der insgesamt im Umlauf befindlichen 200 000 aufgekauft. Er wandte sich wieder an Mr. Saunders.

„Mr. Saunders, es ist mir gelungen, über die Hälfte aller in Umlauf befindlichen Aktien zu kaufen, doch der Kurs hat nicht reagiert. Er liegt unverändert bei 35 Dollar."
„Und was soll das heißen, zum Teufel?"
„Es bedeutet, dass sich kaum jemand für Ihre Aktie interessiert."
„Verdammt! Die Leute werden sich schon dafür interessieren! Benutzen Sie das Geld, das ich Ihnen gegeben habe. Dazu ist es da. Die verflixte Aktie ist eine ganze Menge mehr wert als 35 Dollar.
Machen Sie denen mal ordentlich Feuer unterm Hintern!"

Livermore ging zurück an die Börse und im März 1923 hatte er den Kurs bis auf 70 Dollar hochgetrieben. Er stand nun vor einer der heikelsten Entscheidungen seiner Karriere. An der Wall Street hatte man bemerkt, dass Piggly Wiggly manipuliert wurde. Man ging jedoch davon aus, dass hier ein Pool am Werk sei, der von einem unerfahrenen Unternehmer angeführt wurde - nämlich Mr. Clarence Saunders, der seine Aktien losschlagen wollte. Die Geübten unter den Tradern gingen Short und liehen sich die Aktie, um sich erst zu einem späteren Zeitpunkt einzudecken.

Livermore erkannte das Problem sofort. Er hatte inzwischen für Clarence Saunders 198 000 der 200 000 in Umlauf befindlichen Aktien aufgekauft. Der Haken an der Sache war, dass seine Freunde an der Wall Street sich in einer kritischen Position befanden. Das konnte ihren Ruin bedeuten. Er wurde zu Saunders bestellt.

„Livermore, Sie haben Ihre Sache gut gemacht. Sie haben den Kurs auf über 70 Dollar getrieben, und der Markt ist praktisch leer gefegt. Ich möchte, dass sie die Lieferung aller geliehenen Aktien einfordern, damit sich die Leerverkäufer eindecken müssen."

„Dadurch wird der Kurs der Aktie steigen bis auf ..."
„So hoch, wie wir ihn haben wollen!", triumphierte Saunders. „So lange, bis ich mich entschließe, diesen arroganten Mistkerlen ein paar von meinen Aktien abzugeben."
„Da mache ich nicht mit. Ich halte das für sehr unklug."
„Was reden Sie da? Sie machen nicht mit? Wir haben eine Abmachung, verdammt noch mal!"
„Dadurch würden zu viele meiner Freunde ruiniert. Ich habe nie eingewilligt, meinen Freunden zu schaden."
„Sind Sie verrückt, Livermore? Wie können sie Leute als Freunde bezeichnen, die eine Aktie leer verkauft haben, die Sie halten?"
„Das gehört zum Spiel, Mr. Saunders. Es ist eine Frage der Ausgewogenheit."
„Vielleicht gehört das zu IHREM Spiel. Zu MEINEM Spiel gehört es jedenfalls nicht. Die haben meine Aktie wie Dreck behandelt, und jetzt sollen sie dafür büßen." Er musterte Livermore, der keine Regung zeigte. „Und was meinen Sie damit, Livermore, es wäre unklug, den Kurs nach oben zu treiben?"
„Der Kurs wird eine steile Spitze ausbilden. Die anderen Trader wissen dann, dass hier die Leerverkäufer in Bedrängnis sind und keine echte Nachfrage nach Ihrer Aktie besteht. Also werden sie sie fallen lassen wie eine heiße Kartoffel und der Kurs wird in den Keller stürzen."
„Quatsch! Sie wollen nur Ihre Freunde schützen, weil Sie wissen, dass ich sie dort treffen werde, wo es am ärgsten wehtut. …

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