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Eurex® Basiswissen

Grundlagen und Strategien für den Handel an der Terminbörse EUREX®

Was ist eine Option? 

In der allgemeinen Definition beinhaltet eine Option das (handelbare) „Recht”, innerhalb eines vorher festgelgten Zeitraumes eine bestimmte Leistung in Anspruch nehmen zu können. Dabei wird zwischen dem Recht zum Bezug eines Objektes (Kaufoption, Call) und dem Recht auf Lieferung eines Objektes (Verkaufsoption, Put) unterschieden.

Die Option stellt für den Inhaber bzw. Käufer ein Recht dar, das er ausüben kann, aber nicht muss. Analog stellt dieses Recht für den Verkäufer der Option eine Verpflichtung dar, der er nachkommen muss, wenn dies vom Käufer gewünscht wird.

Beim börsenmäßigen Optionsgeschäft an der Eurex® versteht man unter einer Option das Recht, eine bestimmte Anzahl von Aktien einer zum Eurex®-Handel zugelassenen Gesellschaft zu einem vereinbarten Preis (Basispreis) zu kaufen (Kaufoption, Call) oder zu verkaufen (Verkaufsoption, Put). Für dieses Recht, das zu einem bestimmten Zeitpunkt (Verfallstermin) ausläuft, muss eine Prämie (Optionspreis) bezahlt werden.

Bezüglich des Zeitpunktes der Ausübung muss zwischen zwei Arten von Optionen unterschieden werden: Die „europäische” Option kann nur an einem einzigen Tag, i.d.R. am Verfallstag, ausgeübt werden. Die „amerikanische” Option kann dagegen jederzeit bis zum Verfallstag ausgeübt werden. Die an der Eurex® gehandelten Optionen sind „amerikanische” Optionen, während die Eurex®-DAX-Option als „europäische” Option konzipiert wurde.

Basispreise und Fälligkeitstermine wurden standardisiert. Der Optionspreis richtet sich nach einigen mathematischen Einflussfaktoren, letztendlich aber auch – wie auf allen Märkten – nach Angebot und Nachfrage.

Calls und Puts – Der Unterschied 

Ein Call beinhaltet das Recht, eine Aktie zu einem bestimmten Kurs zu kaufen.

Beispiel
Eine Aktie notiert bei 100 Euro. Sie erwerben einen Call, Basis 100 Euro für 10 Euro. Sie haben also das Recht, die Aktien für 100 Euro zu kaufen. Für dieses Recht müssen Sie 10 Euro bezahlen.

Steigt die Aktie auf 120 Euro, hat der Call einen Wert von mindestens 20 Euro (Aktienkurs minus Basispreis). Fällt die Aktie dagegen auf 80 Euro, hat der Call (zumindest am letzten Handelstag der Optionslaufzeit) keinen Wert mehr. Denn niemand wird eine Aktie für 100 Euro (über die Terminbörse) kaufen wollen, wenn sie zeitgleich für 80 Euro an der (Kassa-)Börse notiert.

Ein Put beinhaltet das Recht, eine Aktie zu einem bestimmten Kurs zu verkaufen.

Beispiel
Eine Aktie notiert bei 100 Euro. Sie erwerben einen Put, Basis 100 Euro für 10 Euro. Sie haben also das Recht, die Aktien für 100 Euro zu verkaufen. Für dieses Recht bezahlen Sie 10 Euro.

Fällt die Aktie auf 80 Euro, hat der Put einen Wert von mindestens 20 Euro (Basispreis minus Aktienkurs). Steigt die Aktie dagegen auf 120 Euro, hat der Put (spätestens am letzten Handelstag der Option) keinen Wert mehr. Denn wenn die Aktie zeitgleich für 120 Euro an der Börse notiert, wird niemand den Titel für 100 Euro verkaufen wollen.

Opening – Der Beginn einer Aktivität 

Für Optionsneulinge sind die Begriffe „Kauf” oder „Verkauf” einer Option oft verwirrend, da sie in unterschiedlichen Zusammenhängen Anwendung finden. Deshalb sollen an dieser Stelle zunächst die vier Grundgeschäftsarten, d.h. die Grundpositionen im Optionsgeschäft, erklärt werden:

Kauf eines Calls (englisch „long Call”)
Der Call-Käufer erwirbt das Recht, während der Optionslaufzeit jederzeit vom Verkäufer der Option eine festgelgte Anzahl von Aktien zum vereinbarten Basispreis kaufen zu dürfen. Für dieses Recht bezahlt er den Optionspreis (die Optionsprämie) an den Verkäufer.

Verkauf eines Calls (englisch „Short Call”)
Der Call-Verkäufer verpflichtet sich, jederzeit während der Optionslaufzeit auf Verlangen des Call-Käufers eine festgelegte Anzahl von Aktien zum vereinbarten Basispreis an den Call-Käufer zu verkaufen. Für diese Verpflichtung erhält er den Optionspreis vom Call-Käufer. Da der Optionsverkäufer die Rechte des Optionskäufers erfüllen muss, wird er als „Stillhalter” bezeichnet.

Kauf eines Puts (englisch „Long Put”)
Der Put-Käufer erwirbt das Recht, während der Optionslaufzeit jederzeit an den Verkäufer der Option eine festgelegte Anzahl von Aktien zum vereinbarten Basispreis verkaufen zu dürfen. Dafür bezahlt er den Optionspreis (die Optionsprämie) an den Verkäufer.

Verkäufer eines Puts (englisch „Short Put”)
Der Put-Verkäufer verpflichtet sich, jederzeit während der Optionslaufzeit auf Verlangen des Put-Käufers eine festgelegte Anzahl von Aktien zum vereinbarten Basispreis vom Put-Käufer zu kaufen. Für diese Verpflichtung erhält er den Optionspreis vom Put-Käufer. Da der Optionsverkäufer die Rechte des Optionskäufers erfüllen muss, wird er als „Stillhalter” bezeichnet.

Die hier dargestellten Grundgeschäftsarten definieren die Ausrichtung der jeweiligen Position und werden als „Opening-Transaktion” (Eröffnungstransaktion oder Begründung der Position) bezeichnet.

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