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Erfolgreich durch den Investment-Dschungel

Der Investment-Ratgeber für Ihren Anlageerfolg

Vorteile des Umschichtens von Aktien 

Ein Kritiker hat mir einmal mit der Bemerkung geholfen, dass man seiner Ansicht nach eher mit langfristigen als mit kurzfristigen Investitionen seinen Seelenfrieden findet, ganz abgesehen davon, dass kurzfristige Anlagen schwieriger seien. In seiner Vorstellung stellt er den behaglichen Besitz eines im Wert steigenden Papiers den (wie er sagt) Sorgen ständiger Entscheidungen über Käufe und Verkäufe gegenüber.

Man denkt natürlich immer daran, jenen besonderen Wert zu halten, der der herausragende in einem bestimmten Marktzyklus ist. In der Praxis können aber nur sehr wenige diesen Wert identifizieren sowie die richtige Zeit, um ihn zu halten. Zudem ist der Spitzenwert des letzten Zyklus selten auch noch im kommenden Zyklus erste Wahl. Die meisten Leute halten Werte, die für die Verhältnisse eines Hausse-Marktes entweder Schnee von gestern oder noch nicht reif sind, und müssen miterleben, dass sich ihr Lieblingswert überhaupt nicht bewegt, während andere nach oben stürmen. Daran ist dann nichts Behagliches mehr. Und dann ist da natürlich auch noch die bekannte Erfahrung mit den Sorgen, die man sich mit seiner Long-Position während eines langen Baisse-Zyklus macht.

Ich finde Seelenfrieden eher in kurzfristigen Anlagen, denn ich glaube, dass eine Veräußerung eine Erleichterung darstellt, verglichen mit jener Bedrohung. Man kann eine Aktie kaufen, und sie kann einen mit einem langsamen, langen Kursverfall zum Wahnsinn treiben. Erst wenn man sie mit Verlust verkauft, ist die Sache damit erledigt. Kurzfristige Kapitalanlagen bringen einen fast automatisch auf die richtigen Aktien, da diese Anlagestrategie von den Bewegungen des Marktes und den aktuellen Kursen ausgeht, nicht von vielleicht schlecht begründeten Erwartungen. Richtig durchgeführte kurzfristige Transaktionen sind mit Sicherheit die sicherste Form der Spekulation, die es gibt.

Der Begriff der „kurzfristigen Transaktion" muss neu definiert werden. Vor Jahren waren damit vielleicht Stunden, Tage oder Wochen gemeint. Heute ist damit unter Investmentgesichtspunkten, nicht unter steuerlichen Aspekten, ein Zeitraum zwischen sechs Monaten und eineinhalb Jahren gemeint.

Die richtige Methode besteht darin, die gleiche Aktie bei steigendem Kurs immer wieder zu kaufen. Nehmen wir an, ich verfügte über die Kaufkraft, um 1 000 Aktien zu erwerben. Ich vermute einen Kursanstieg von Studebaker. Ich kaufe 100 Aktien. Die Aktie steigt nicht, wie sie sollte, oder noch schlimmer, sie sinkt. Ich stoße sie ab. Den Verlust buche ich auf die Versicherung, aufs Konto Erfahrungen oder einfach als notwendige Kosten, um richtig ins Geschäft zu kommen. Als Nächstes kaufe ich 100 Aktien von Chrysler. Chrysler-Aktien beginnen wie erwartet zu steigen. Ich kaufe 200 weitere Aktien. Die Aktie entwickelt sich immer noch positiv, und ich kaufe ein weiteres Paket. Und so weiter. Zunächst einmal habe ich jetzt eine große Position der richtigen Aktie, mit einem nur geringen anfänglichen Risiko. Ich habe nur mit den 100 Studebaker-Aktien einen Verlust gemacht; ich bin nur mit 100 Aktien bei Chrysler ein Risiko eingegangen. In gewissem Grad war das Risiko bei den Aktien, die ich bei steigenden Kursen gekauft habe, vor allem ein Risiko für meine auf dem Papier stehenden Gewinne; es war nicht dasselbe Risiko für mein Kapital wie bei der ersten Investition. Natürlich gibt es noch andere Gefahren. Manchmal muss man auch Lehrgeld zahlen. Unerwartete katastrophale Nachrichten können über Nacht für Schwierigkeiten sorgen. Aber es ist überraschend, wie selten das passiert. Wenn man diese Prinzipien immer praktizierte, hielte man immer die richtige Menge der richtigen Aktie, da die Bewegung des Marktes selbst bestimmt, welche Aktie man in welchen Mengen kauft.

Ich habe vom Kaufen und vom Einstieg in eine Kapitalanlage gesprochen, jetzt werde ich vom Verkaufen und vom Ausstieg aus einer Anlage sprechen. Tatsächlich hat man vielleicht zunächst verkauft und später gekauft, die Prinzipien sind jedoch dieselben. Es ist natürlich viel schwieriger, ein Engagement richtig zu beenden, als es zu beginnen. Wenn man ein Engagement beginnt, tut man das aus freien Stücken. Wenn man über die Beendigung eines Engagements nachdenkt, ist das eine aufgezwungene Entscheidung zwischen Halten oder Aussteigen, auch wenn man sich nur schwer entscheiden kann, was man tun soll. Man braucht niemals ein Engagement einzugehen, hat man es aber einmal getan, muss man wissen, ob man das Engagement aufrechterhalten oder aussteigen soll.

Für mich besteht der beste Grund, eine Aktie zu verkaufen, darin, dass sie nicht mehr steigt oder - schlimmer - zu sinken beginnt. Natürlich ist die ganze Sache in Wirklichkeit viel komplizierter. Man könnte ein Buch darüber schreiben, aber die Praxis wird Ihnen mehr beibringen, als Sie aus einem Buch lernen könnten. Natürlich wird man oft Aktien verkaufen und dann erleben, dass der Kurs dieser Aktien steigt. Kein Gesetz der Welt verbietet Ihnen, erneut einzusteigen. Es ist viel sicherer, eine Aktie ein Dutzend Mal zu kaufen und wieder zu verkaufen, angefangen bei 40 und bis hinauf zu 100, als sie einfach für 40 zu kaufen. Wenn die Aktie zu fallen beginnt und Sie eine Long-Position zu 40 haben, werden Sie sich nicht genug Sorgen machen, um zu verkaufen. Wenn Sie aber Ihr letztes Paket zu einem Kurs von 100 gekauft haben, werden Sie sich sehr schnell bewegen. Und wenn Sie zu steigenden und nicht zu sinkenden Kursen kaufen, werden Sie nicht wieder einsteigen, oder Ihr Engagement zumindest nicht lange aufrechterhalten, wenn es zu einem echten Kurseinbruch kommt. Wer aber zu 40 gekauft hat, kann sich gut bei 60 wieder finden, nachdem die Aktie schon bei 100 gestanden hat. Oft kann das, was zunächst nur wie eine weitere kleine Reaktion aussah, sich später als der Beginn eines ausgeprägten Kurssturzes herausstellen. Vor Jahren habe ich einmal einen bestimmten Wert zu 8 oder 9 gekauft. Ich habe weitere Anteile zu 12 und zu 17 gekauft und zu verschiedenen, ständig höheren Kursen. Eines Tages, ungefähr zur Erfüllungsfrist, stand die Aktie bei 25 und schien einen neuen Höchstwert erreichen zu können. Ich kaufte weitere Anteile. Zwischen 14:15 Uhr und Börsenschluss schien der gesamte Aktienmarkt zu brodeln. Meine Aktie aber wurde in großen Mengen gehandelt und schloss fast unverändert. Am nächsten Morgen stieg ich aus. Ich war mir ganz sicher, dass ich die Position in ein paar Tagen wieder aufbauen würde. Die Aktie jedoch erholte sich nie wieder und verschwand schließlich mit dem Konkurs des Unternehmens von der Börse.

Einige Leute haben ein großes Vermögen angehäuft, indem sie an irgendeiner Lieblingsaktie durch dick und dünn festgehalten haben. Aber darum geht es nicht. Wie viele dieser Vermögen basieren auf Zufällen, wie viele auf dem richtigen Urteilsvermögen? Ich glaube, dass die meisten auf Zufälle zurückgehen, gepaart mit gewissen anderen Qualifikationen, mit Sicherheit hat jedoch sehr selten das Urteilsvermögen eine Rolle gespielt. Leute, die ein Vermögen gemacht haben, findet man selten genug. Noch seltener findet man Leute, die ihr Aktienportfolio umschichten, wenn „ihr" Unternehmen den Zenit erreicht hat. Die praktische Frage, um die es für den normalen Anleger geht, lautet: Wird ein Anleger höhere Gewinne machen, wenn er - wie ich vorschlage - sein Aktienportfolio umschichtet oder wenn er sein gesamtes Kapital in langfristige Hoffnungsträger investiert? Die Antwort fällt mit Sicherheit zugunsten der Umschichtung aus. Ein Anleger hat mit meiner Methode tatsächlich die Chance, sich mit dem aktuellen Spitzenwert wieder zu finden, eine Chance, die bei eher orthodoxen Anlagestrategien fast gleich null ist.

Ich könnte noch eines hinzufügen: Wann immer Ihnen jemand erzählt, er hätte sein Kapital mit einer bestimmten Aktie verdoppelt oder vervierfacht, dann fragen Sie ihn, wie lange das gedauert hat. Wenn Sie Ihr Kapital in sechs Monaten verdoppeln, ist das wunderbar. Wenn Sie Ihr Kapital in zwölf Jahren verdoppeln, bedeutet das nur eine jährliche Verzinsung von 6 %.

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