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Der ultimative Börsen-Kompass

The Stock Market Barometer

Petroleum und Kopfschmerzen 

Heute gibt es keine „Standard Oil Crowd“ mehr. Die Millionäre, die zu diesem Zirkel gehörten, waren allesamt neureich. Bis zur Amalgamated Copper-Affäre hielten sie sich für unbesiegbar. Damals und auch später noch machten sie viele Fehler, doch sie lernten mit der Zeit und kehrten dem Aktienmarkt den Rücken. Bei Petroleum und insbesondere bei Standard Oil lagen sie so goldrichtig, dass sie sich enorme Verluste in anderen Bereichen leisten konnten.

Eines Tages wird ein böswilliger Mensch die Geschichte des jungen John D. Rockefeller und seines Abenteuers mit „Little Leather" ausposaunen. Nur ein junger Mann mit einem sehr wohlhabenden Vater konnte es sich erlauben, so viel Lehrgeld zu zahlen. Doch es gibt hinlänglich Grund zu der Annahme, dass die teure Lektion in der Schule des Lebens bleibende und imposante Wirkung zeigte.

Ich habe bereits angesprochen, dass Henry H. Rogers manchmal völlig daneben langte und dann aus falschem Stolz die Börse des Irrtums bezichtigte, die in letzter Konsequenz jedoch stets Recht behalten hat. Als er 1908 verstarb, hinterließ er $50 000 000. Hätte er noch zwei Jahre länger gelebt, hätte sich sein Vermögen womöglich verdoppelt.

Manche seiner Unternehmungen waren von dauerhaftem Erfolg gekrönt. Die Virginian Railroad war in ihrer ursprünglichen Form das Glanzstück unter allen je in den Staaten geplanten und gebauten Eisenbahnlinien. Es brach ihrem geistigen Vater fast das Herz, dass er mit seinem finanziellen Hintergrund und seinem persönlichen Vermögen für sein Lieblingskind 1907 Geld borgen musste – zu Konditionen, die 7 Prozent bei persönlicher Bürgschaft entsprachen. Auch damals hatte er die Hinweise des Aktienmarktes falsch gedeutet. Er sagte eindeutig, dass H. H. Rogers sich glücklich schätzen durfte, dass er überhaupt Geld bekam – zu welchen Konditionen auch immer. Im Jahr der Panik konnten Kreditgeber für eine solche Summe praktisch verlangen, was sie wollten.

Lektionen des Lebens 

Aus dieser detaillierten Darstellung eines berühmten Manipulationsversuchs kann man einige wichtige Lektionen über Wesen und Eigenart unseres Barometers herauslesen. In diesem Zusammenhang ist von Bedeutung, dass Amalgamated Copper zum „unlisted department“ der Stock Exchange gehörte, dem völlig ungeregelten Freiverkehrsmarkt also, der mittlerweile abgeschafft wurde. Die Aktie war, wie vom Boston News Bureau damals korrekt festgestellt, eine taube Nuss im wahrsten Sinn des Wortes.

Bei den bestehenden Zulassungsvoraussetzungen wäre so etwas heute völlig unmöglich. Ich glaube auch nicht, das etwas Derartiges auf dem neuen Markt der Curb Exchange passieren könnte. Die modernen Medien sind so viel effektiver als noch vor zwanzig Jahren, dass eine Bewegung von solchem Ausmaß vor Ablauf einer Woche bereits aktiv und wirksam von den Banken abgefangen würde. Kein Finanzzirkel wie die Standard Oil-Gruppe wird sich wohl in der Zukunft so viel unheiligen Einfluss sichern können, wie er in unserem Betrachtungszeitraum ausgeübt wurde. Doch der beste Schutz ist eine gut informierte Öffentlichkeit.

Finanzwirtschaftliche Informationen sind heute besser denn je. Gegen Korruption hilft am besten Publicity. Kein anderes Mittel ist hier wirksamer als Tageslicht. Die Leute lassen sich nicht mehr Mysterien vorgaukeln, die noch vor zwei Jahrzehnten als Nachrichten verkauft wurden. Die Unfehlbarkeit des „Insiders“ ist nur noch Schall und Rauch. Das Börsenbarometer auf Grundlage von Dows Theorie zu drei zeitgleichen Bewegungen auf dem Aktienmarkt ist mit den Jahren noch zuverlässiger geworden. Manipulation stellt hier ganz sicher keine echte Gefahr dar. Zu diesem Thema möchte ich noch etwas hinzufügen. …

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